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Yelle
Yelle in Jean-Paul-Lespagnard-Outfits auf Safari

Yelle
Musik fürs Auge

Spätestens seit Yelles zweitem Album „Safari Disco Club“ wiss en wir, das sich unsere Hüften zu ihren französischen Elektro-Pop-Beats wie von allein bewegen. Dass Yelle in den skurrilsten Kostümen durch ihre Videos tanzt, sollte aber auch nicht ausser Acht gelassen werden, finden wir.

Deshalb haben wir die 28-jährige Sängerin in eine Kaschemme auf der Reeperbahn gelockt und mit ihr unter anderem über die Kreateure hinter ihren Bühnenoutfits gesprochen.

BLONDE: Deine Videos sind sehr fantasievoll inszeniert. Ist dir wichtig, deine Fans und dich selbst für kurze Zeit in eine andere Realität entführen zu können?
Yelle: Ja. Vielleicht ist das sogar der wich- tigste Grund, warum ich Musik mache – um ein anderes Leben zu führen, ein Leben mit unbegrenzten Möglichkeiten. Allerdings muss die Musik immer an erster Stelle stehen, die aufwändig inszenierten Videos und die abgefahrenen Bühnen-Outfits sind nur das Sahnehäubchen obendrauf.

Extravagante Brillen, seltsame Hüte, theatralische Schulterpolster... Steckt hinter deinen Bühnenkreationen ein spezieller Designer?
Habt ihr das Cover meines aktuellen Albums „Safari Disco Club“ gesehen mit den Safari-Styles der Jungs und dem verrückten Hut? Die Outfits hat der belgische Designer Jean- Paul Lespagnard entworfen. Ich bin auf ihn aufmerksam geworden, weil er 2008 den Hyères-Festival-Preis gewonnen hat. Wir haben haben gerade an dem Video für „Je ceu“ gearbeitet und ihn gefragt, ob er die Outfits dafür gestalten möchte. Er sagte ja, wir haben uns getroffen, gleich gut verstanden und seither macht er viele meiner Bühnenkostüme. Ausserdem arbeite ich gerne mit dem Pariser Kollektiv Andrea Crews zusammen. Sie nehmen alte Kleidung und kreieren neue verrückte Kleider. Und Brian Lichtenberg hat einen Leoparden- Overall mit übergrossen Schulterpolstern für mich gemacht. Das war super, weil er auch Kostüme für grosse Stars wie Lady Gaga und Beyoncé kreiert.

Welche andere Musiker inspirieren dich?
Ich bin ein grosser Fan von Kate Bush und Phoenix. Ich höre viel Warpaint, eine Band aus Los Angeles. Ich hab sie entdeckt, als ich auf dem Coachella Festival aufgetreten bin. Sie haben gerade ihr erstes Album „The Fool“ herausgebracht. Das ist wirklich gut! Ansonsten mag ich die unterschiedlichste Musik. Ich kann Jazz, Klassik oder Rap hören, je nach Stimmung. Und wenn ich mit den Jungs [GrandMarnier (Schlagzeug), Tepr (Keyboard); Anm. d. Red.] auf Tour bin und wir im Van abhängen, hören wir wirklich harten Metal und Hardrock. Das bringt auch Spass.

Was war der grösste Abturner in deiner bisherigen Karriere als Musikerin?
Vor ein paar Jahren hatte ich einen Gig in Boston und am Ende der Show sind alle Leute auf die Bühne gesprungen. Sie waren alle sehr betrunken und haben mich begrabscht. Es war eine sehr unangenehme Situation und ich habe eine Panikattacke bekommen. Ich bin dann letztes Jahr wieder dort aufgetreten, in der gleichen Location. Aber zum Glück ist nichts passiert. Die Crowd war wunderbar.

von Anna Baur